In oben genanntem Artikel habe ich dieses neue Format mit sehr viel Wohlwollen gewürdigt, in der Hoffnung, dass es für sogenannte „Frauenmagazine“ doch noch ein Licht am Horizont gibt. Denn gängige Exemplare überbieten sich an der Manifestierung von Geschlechterklischees, Konsumterror und absurden Sextipps, welche die sittsame aber moderne und unabhängige Frau in die perfekte, unersetzbare Liebesdienerin verwandeln.
Auch diese Ausgabe der Alley Cat besticht durch ein sehr ansprechendes, ästhetisches Layout, daran soll das Format wirklich nicht scheitern. Doch kommt es bekanntlicher Weise auch auf den Inhalt an. Und da muss ich, so leid es mir tut, einen raueren Ton anschlagen.
Wie ich schon schrieb, war ich von der vorherigen Ausgabe der Alley Cat nahezu begeistert. Die Themen waren sehr ansprechend, es fand sich kaum Werbung vor und die Zeitschrift war eher textlastig, Produktinformationen hielten sich im Rahmen, passten allerdings auch gut in dieses Format.
Neben interessanteren Themen, wie dem Burlesque Tanz-Workshops der Berlinerinnen „The Teaserettes“, weibliche Sicht auf Pornofilme, Einblicke in die Welt der sexuellen Dienstleistungen, zu dem ich die Artikel und Berichte allerdings noch nicht gelesen habe, beschäftigt sich die Alley Cat mit erotischen Fantasien der Frauen. Allerdings in einer Form, die wirklich nichts neues mehr offenbart, sondern im Grunde entbehrlich ist. Fazit: Frauen sind in ihrer Sexualität oft gehemmt, sexuelle Fantasien sind kein Indiz für sexuelle Unzufriedenheit, für sexuelle Fantasien braucht man sich nicht schämen, egal wie sie sind. Nun gut. Ein Artikel, der in der Form auch in der Brigitte stehen könnte. Nein, von einem Erotikmagazin wünsche ich mir doch irgendwie etwas prickelnderes, gewagteres als das. Weiter geht es hier.

